Hartz zieht den Schwanz ein: Was für ein glücklicher Tag für alle Arbeitslosen

27. November 2008

Heute in der JungenWelt: Hartz zieht den Schwanz ein

Das drohende Comeback von Peter Hartz als Architekt neuerlicher Schikanen gegen Erwerbslose hat sich bis auf weiteres erledigt. »Das würde momentan wohl nicht gutgehen«, befand Albert Fuchs, Sprecher der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag gegenüber junge Welt. Wie tags zuvor durch die Presse ging, wollte der Urheber und Namensgeber der »Hartz-Reformen« gestern in Saarbrücken ein Modell vorstellen, »um Langzeitarbeitslosen zu einen neuen Job zu verhelfen«. Nach den ersten Medienreaktionen auf die angekündigte Rückkehr des verurteilten Ex-VW-Managers ist man laut Fuchs aber zu der Einsicht gelangt, daß »das Konzept zu sehr mit dem Namen Hartz verknüpft« worden wäre. Deshalb habe man die geplante Pressekonferenz in letzter Minute abgeblasen.

….Eine Peinlichkeit mehr am geplatzten Hartz-Revival enthüllte am Donnerstag die Financial Times Deutschland: Demnach hatte sich der einstige VW-Personalvorstand »offenbar nur mit mäßigem Erfolg« als Unternehmensberater und Autor versucht. Beim Bemühen, seine gewiß nicht kärgliche Rente mit einer Nebentätigkeit aufzubessern, half ihm dann so eine Art familiäre ABM-Maßnahme aus der Not: Laut FTD hat er das Coaching-Konzept mit einem Team von Wissenschaftlern unter dem Dach der Stiftung »Saarländer helfen Saarländern« (SHS) ausgetüfelt – und damit immerhin nicht auf Kosten der Steuerzahler.

Gut. Hat sich erledigt. Ein Versager und Menschenvernichter wollte den Menschen helfen. Der Leiter der BA-Regionaldirektion, Otto-Werner Schade kommt mir vor, als würde er auch noch Hitler ausgraben wollen nur um den Menschen etwas gutes zu tun.   Na, wartens wir ab.

Was für ein glücklicher Tag für alle Arbeitslosen! :-) .


Gewinnquote am Volkseinkommen auf historischem Höchststand, Anteil der Arbeitseinkommen sinkt weiter

27. November 2008

Heute in Böckler:

Die Einkommen aus Gewinnen und Vermögen sind in Deutschland brutto wie netto noch einmal gestiegen und erreichen einen historischen Spitzenwert: 2007 machten sie netto 34 Prozent des privat verfügbaren Volkseinkommens aus, im ersten Halbjahr 2008 waren es 35,8 Prozent.

Dagegen hat selbst der Aufschwung in seiner Spätphase den langjährigen Schwund beim Kaufkraftpotenzial der Arbeitseinkommen nicht umgekehrt: Die Lohnquote ging brutto weiter zurück. Netto – nach Abzug von Steuern und Beiträgen – stieg die Lohnquote zwar 2007 im Vorjahresvergleich etwas an – auf 41,2 Prozent. Sie ist jedoch im ersten Halbjahr 2008 mit 39,3 Prozent bereits wieder unter das Niveau von 2006 gesunken, als es 40,6 Prozent waren.

Eine Verteilungs-Trendwende im Aufschwung ist nach Schäfers Analyse ausgeblieben – trotz relativ guter Arbeitsmarktzahlen. Ein Grund: Viele der neuen Stellen sind eher schlecht bezahlt, die Zahl der Menschen mit Niedriglöhnen nahm absolut weiter zu.

Halten wir doch mal fest: Im sogenannten Aufschwug hat sich bei den Löhnen nichts getan und es wurden immer mehr Niedriglohnstellen geschaffen. Was kommt jetzt im Abschwung: Noch mehr Niedriglohnstellen.

Der sogenannte Aufschwung ist an der „arbeitendende“ Bevölkerung vorbeigeschwungen, der Abschwung wird sie aber zu 100 % treffen. Denn die Verluste wollen die Unternehmen nicht selber tragen, nur die Gewinne.

Wie sagte unsere Propaganda-Kanzlerin so schön., „Es wird «ein Jahr der schlechten Nachrichten»“. Die schlechten Nachrichten gelten nur für die Bevölkerung. Oder glaubt einer, das die Unternehmer, Manager und die Politiker frieren und  hungern müssen und deshalb für Niedriglöhne/Niedrigdiäten arbeiten werden. Nö werden sie nicht! Ganz einfach.

Weitere Infos in Böckler Impuls: Gewinneinkommen auf Rekordhoch